15.04.2019 17:43 0 Kommentare

Wasserpflege - Aber Richtig

Wasserpflege - Diese Möglichkeiten gibt es

 

Einer der Vorteile eines eigenen Pools im Garten, ist es, dass man diesen ganz auf die eigenen Bedürfnisse und die der Familie abstimmen kann. Gerade Allergiker und Menschen mit Hautproblematiken haben oft Probleme mit dem Chlorgehalt in öffentlichen Bädern. Aber auch Kinder sind oft von Hautreizungen und roten Augen betroffen. Wird der Pool von Anfang an nach diesen Bedürfnissen geplant, ist es durchaus möglich, die Wasserpflege auch ohne Chlor beziehungsweise die Reste von organischen Stoffen, die mit Chlor reagiert haben: das Trichloramin. 

Warum ist die Wasserpflege so wichtig


Die Wasserpflege im Allgemeinen ist deshalb wichtig, damit das Wasser im Schwimmbecken langfristig hygienisch und klar bleibt. Niemand geht gerne in einen Pool, der durch Algen verunreinigt ist und sowohl optisch als auch hygienisch nicht durch einwandfreies Wasser einlädt. Für die Wasserqualität spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen ist da der pH-Wert des Wassers, zum anderen muss dieses nach der Nutzung desinfiziert werden. Zusätzlich dazu befinden sich nach jeder Nutzung winzige Hautpartikel, Harnstoff und andere Verunreinigungen im Pool. 

Neben diesen Belastungen für die Wasserqualität muss die Wasserpflege auch an veränderte äußere Bedingungen angepasst werden. Denn auch ein Gewitter oder länger währende sehr hohe Temperaturen wirken sich auf die Wasserqualität aus. 

Welche Möglichkeiten gute Wasserpflege zu betreiben gibt es?


Die übliche und am weitesten verbreitete Variante den Pool sauber zu halten, sind wohl immer noch Chlortabletten oder Chlorgranulat. Wer auf dieses verzichten möchte, der kann allerdings auch auf andere Optionen zur Wasserpflege zurückgreifen: 

  • Salzelektrolyse: hinterlässt je nach Art der Anlage eine Salzkonzentration von 0,3 – 0,4 % 
  • Hydrolyse: hinterlässt je nach Art der Anlage eine Salzkonzentration von 0,1 – 0,2 % 
  • Aktivsauerstoff in Verbindung mit einer UV-Anlage ist eine besonders sanfte Desinfektion 
  • Reinigung von Innenbecken und Whirlpools mit Brom und UV-Licht zur Unterstützung kann bei permanenter Messung und Kontrolle mit einem Minimum an Chemikalien betrieben werden. 

Filteranlagen


Je besser die Filteranlage, desto weniger Chemie ist notwendig, um das Wasser zu reinigen. Jedes Teilchen und jeder Partikel, der im Filter hängen bleibt, muss nicht durch chemische Mittel aus dem Wasser entfernt werden. Im Grunde gibt es zwei Arten, das Wasser zu filtern: 

Sandfilter


Sandfilter sind wohl die am weitest verbreiteten Filter zur Wasserpflege. Das Wasser wird mittels einer Pumpe durch den Filter geleitet, in dem sich Sand mit einer Körnung von 0,5 – 0,8 mm befindet. Schmutzpartikel bleiben im Sand hängen und das gefilterte Wasser wird wieder zurück in den Pool geleitet. Damit die Leistung des Filters langfristig gehalten wird, muss der Sand regelmäßig gereinigt werden, indem er gespült und die hängen gebliebenen Schmutzpartikel ins Abwasser gespült werden. Bei einem Sandfilter muss die Durchströmung des kompletten Pools gegeben sein, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Es können Bodensauger und Poolroboter direkt an den Filter angeschlossen werden, um auch deren aufgenommenes Wasser zu filtern. 

Kartuschenfilter


Kartuschenfilter filtern das Wasser, indem sie Schmutzpartikel mithilfe einer Papierkartusche zurückhalten und aus dem Wasser gefiltert. Allerdings fallen bei dieser Methode kleine Steinchen, Laub und andere Schmutzteilchen, die schnell zu Boden sinken, auf den Grund des Poolbeckens und müssen mit einem Poolsauger separat entfernt werden. Kartuschenfilter sind aufgrund der Tatsache, dass Bodensauger und Poolroboter nicht direkt an ihnen angeschlossen werden können und ein Pool im Außenbereich ja doch oft von größeren Verschmutzungen betroffen ist, eher für den Innenbereich gedacht. 



Kartuschenfilter sind im Anschaffungspreis meist deutlich günstiger. Allerdings fallen hier noch regelmäßige Kosten für Austauschkartuschen an. Sandfilter sind in der Anschaffung teurer und reinigen besser, aber der Quarzsand muss nur circa alle ein bis zwei Jahre gewechselt werden. 

Ausreichende Durchströmung des Pool


Einbauteile und die Durchströmung des Pools sind im ersten Moment vielleicht Luxus. Aber eine gute Durchströmung, hilft auch aktiv den Pool sauber zu halten. Gibt es tote Winkel und Ecken, an denen die Strömung langsamer oder weniger intensiv ist, wird sich dort auf kurz oder lang Schmutz sammeln. Das ist natürlich nicht gewollt. Eine gute Pooldurchströmung erreicht man durch eine sinnvolle zum Pool passende Kombination aus mehreren Einbauteilen: Überlaufrinnen, Skimmer, Bodenabläufe und Düsen sorgen für Wasserbewegung. Sind diese von der Leistung her passend und sinnvoll angeordnet steht einer ausreichenden Durchströmung nichts mehr im Wege. 


Schritt für Schritt - das richtige Vorgehen bei der Wasserpflege


Egal welcher Filter und welche chemische Methode zur Wasserpflege gewählt wird. Wichtig ist, dass die einzelnen Komponenten zusammenpassen und gut ineinander greifen. So hilft der beste Sandfilter nichts ohne passende Einbauteile, die für eine gute Pooldurchströmung sorgen. 

  1. Zuerst sollte die Wasserqualität getestet werden. Das kann durch einen Pooltester oder Photometer passieren. Hierbei kommen Werte für pH-Wert, Chlorgehalt, Alkalität und Cyanursäure heraus. Steht der Pool noch nicht, kann der prognostizierte Bedarf auch durch Angaben, wie die Größe, die Nutzungsintensität und den Standort geschätzt werden. 
  2. Anhand der gemessenen Daten, des Volumens des Pools und der Wünsche der Nutzer, kann eine Methode zur Wasserpflege gewählt und geplant werden. 
  3. Je nach Art der Anlage werden dann Dosiergeräte, Steuergeräte und zum Beispiel eine Salzelektrolyseanlage installiert. 
  4. Die Funktion der Anlage muss sehr wahrscheinlich in der ersten Zeit wahrscheinlich noch mehrmals optimiert werden. Das kann an einer geänderten Nutzungsintensität oder auch an sehr heißen und intensiven Wetterbedingungen liegen. 

Kleines Fazit zum Thema Wasserpflege


Ohne Wasserpflege geht es nicht. Wasserpflege ohne Chlor ist durchaus möglich. Chlor an sich wird wohl auch in Zukunft nicht aus der Poolreinigung wegzudenken sein. Gut dosiert und sparsam angewendet, ist Chlor im Grunde auch kein Problem. Gehen die Poolnutzer regelmäßig vor dem Schwimmen duschen und wird der Pool auch sonst sauber gehalten, ist bei einer guten Dosierung kein typischer Poolgeruch vorhanden. Das Chlor zur Desinfektion von Pools so verrufen ist, liegt besonders daran, dass es oft einfach zu hoch dosiert ist und es so zu Hautreizungen und roten Augen führt. 
Chlor-Allergiker und Neurodermitis Patienten haben durchaus die Möglichkeit auf andere Methoden für die Reinigung des Poolwassers zurückzugreifen. Allerdings sollte diese bereits bei der Planung der Poolanlage berücksichtigt werden, um spätere Umbaumaßnahmen zu vermeiden.

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