zurück zur Übersicht

Ein Gemüsebeet nachhaltig anlegen

12.03.2021 12:13

Eine abwechslungsreiche Kost mit viel Obst und Gemüse bildet die Grundlage für eine gesunde Ernährung. Das ist allgemein bekannt. Die meisten Menschen kaufen ihr Gemüse allerdings im Supermarkt. Das ist zwar bequem, hat aber Nachteile, sowohl für die Umwelt als auch für die Verbraucher. Nicht selten stammen die Gemüsesorten im Supermarkt aus dem Ausland. Sie werden über tausende von Kilometern transportiert. Das ist schlecht für das Klima. Außerdem wissen Sie nicht, ob und wie stark die verschiedenen Gemüsesorten mit Schadstoffen belastet sind und wie sehr bei Anbau und Ernte auf die Umwelt Rücksicht genommen wird. Wenn Sie einen Garten besitzen, lohnt es sich darum, wenn Sie Ihr eigenes Gemüsebeet anlegen. Gemüse aus eigener Ernte hat gegenüber gekauften viele Vorteile.

Person hält Gemüse mit ihrer Hand.

Welche Vorteile hat es, wenn Sie Ihr eigenes Beet anlegen?

Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Wenn Sie Ihr eigenes Gemüsebeet anlegen, haben Sie immer frisches Gemüse aus dem eigenen Garten. Vom Garten auf den Tisch oder den Teller frischer geht es nicht. Das Gemüse aus dem eigenen Gemüsegarten besitzt zudem Bio-Qualität, weil Sie es nicht mit Chemikalien behandeln.

Die Umwelt gewinnt ebenfalls, wenn Sie Ihr eigenes Beet anlegen. Lange Transportwege und aufwendige Lagerung werden gespart und dadurch die Umwelt weniger belastet.

Ihre Gesundheit profitiert gleich doppelt davon, wenn Sie selbst Gemüsebeete anlegen. Der Verzehr von Gemüse ist gesund. Gartenarbeit ebenfalls. Wenn Sie eine sitzende Tätigkeit ausüben, stellt Gartenarbeit einen idealen Ausgleich dar.
Für die Kinder stellt das Anlegen eines Beets mit Gemüse eine interessante Beschäftigung dar. Sie sind stolz darauf, wenn sie beispielsweise ihr eigenes Beet mit Salat, Schnittlauch und Radieschen anlegen dürfen. Nebenbei gesagt, erhöht das die Chancen, dass die Kleinen das selbst angebautes Gemüse auch essen.

Hat es auch Nachteile, wenn Sie Gemüsebeete selbst anlegen?

Sowohl das Anlegen als auch die Pflege bedeutet viel Arbeit. Während der Wachstumsperiode benötigt ein Gemüsegarten viel Aufmerksamkeit. Das ist jedoch auf der anderen Seite gut. Körperliche Betätigung ist gesund. Ein echter Nachteil besteht vielleicht darin, jemanden zu finden, der im Garten die Pflege übernimmt, wenn Sie mit der Familie auf Urlaub fahren.

Das Gemüsebeet planen

Bevor Sie beginnen, den Boden umzugraben, lohnt es sich, wenn Sie sich Gedanken über die Planung machen. Das beginnt mit dem Standort. Die meisten Gemüsesorten mögen einen sonnigen Standort. Im Halbschatten oder gar im tiefen Schatten gedeihen nur wenige Gemüsesorten. Überlegen Sie auch, ob Sie gleich einen ganzen Gemüsegarten anlegen möchten oder ob Sie zunächst nur ein Beet anlegen oder umgraben möchten. Wenn Sie noch keine Erfahrung mit dem Anbau von Gemüse im Garten haben, empfiehlt es sich, erst einmal mit einem Beet zu beginnen. Später können Sie die Anbaufläche immer noch erweitern und das eine oder andere Beet hinzufügen. Nach einiger Zeit wird daraus ein Gemüsegarten.
Im Allgemeinen hat sich bei einem Gemüsebeet die rechteckige Form bewährt. Die optimale Breite für ein Beet beträgt 1,20 - 1,50 m, abhängig davon wie groß Sie sind. Bei einem Beet dieser Breite reichen Sie von jeder Seite aus bequem in die Mitte. Das ist wichtig beim Unkraut jäten oder Pflegearbeiten. Vergessen Sie nicht, in Ihrem Gemüsegarten auch Platz für Wege einzuplanen. Gartenexperten empfehlen eine Breite von 30 - 50 cm. Achten Sie darauf, das Beet in der Nähe einer Wasserstelle anzulegen. Einige Gemüsesorten benötigen viel Wasser. Bei längeren Dürreperioden trocknet der Boden stark aus. Sie müssen täglich gießen. Wenn Sie dafür das Wasser eine lange Stecke in einer Gießkanne schleppen müssen, bedeutet das viel Arbeit. Das nimmt schnell den Spaß am eigenen Gemüsebeet.

Das Beet anlegen

Auf die folgenden Punkte sollten Sie achten, beim Anlegen eines Beets.

Person erntet Gemüse aus seinem Garten und hält es in der Hand.

Das Beet urbar machen

Dazu müssen Sie zunächst die Grasnarbe entfernen. Es wäre ein Fehler, das Gras einfach in den Boden einzuarbeiten, weil es immer wieder durchwächst und mit den Pflanzen, die Sie anbauen wollen, konkurriert.
Werfen Sie die Grassoden nicht weg! Sie sind wertvoll, weil sie Kompost bilden. Den können Sie benutzen, um die Erde zu verbessern.
Im nächsten Schritt müssen Sie den Boden umgraben. Bei einem einzigen Gemüsebeet genügt dafür ein Spaten. Möchten Sie jedoch gleich einen ganzen Gemüsegarten anlegen, wird das sehr anstrengend. Sie können sich die Arbeit mit einer Bodenfräse oder Motorhacke erleichtern.

Sollten Sie so ein Gerät nicht besitzen, können Sie es eventuell im Baumarkt ausleihen.
Graben Sie den Boden tief um. Wenn die Erde stark verdichtet ist, muss der Boden eventuell sogar 2 Spatenstiche tief umgegraben werden. Sehen Sie sich die Erde gründlich an und entfernen Sie alle Steine, größere Holzstücke und ähnliche Gegenstände. Die Steine können gesammelt werden. Sie sind ein gutes Dekorationsmaterial oder können für einen Steingarten oder Trockenbiotop verwendet werden. In den Spalten von Steinhaufen fühlen sich Eidechsen wohl.

Zum Abschluss legen Sie eine Beetumrandung an. Der Rand verhindert, dass der Rasen von außen in das Gemüsebeet hinein wächst. Außerdem hält er die Erde fest, sodass sie bei Regen nicht weggespült wird. Sie können fertige Umrandungen für Ihr Beet im Gartencenter oder Baumarkt kaufen. Alternativ eignen sich auch Steine oder Ziegel sehr gut.

Boden verbessern

Je nachdem um welchen Boden es sich handelt, kann es empfehlenswert sein, den Boden zu verbessern. Das geschieht am besten, wenn Sie der Erde Kompost oder fertige Gartenerde beimischen. Bei lehmigem Boden können Sie der Erde etwas Sand beigeben. Idealerweise bereiten Sie den Boden für das Beet bereits im Herbst vor und lassen die Erde im Winter ruhen, bevor Sie im Frühjahr mit dem Aussäen oder Pflanzen beginnen. Legen Sie das Gemüsebeet im Frühjahr an, muss der Boden mindestens eine Woche ruhen, bevor Sie Gemüse pflanzen oder aussäen.
Die Verbesserung des Bodens ist ein fortlaufender Prozess. Die Erde besitzt erst nach einigen Jahren optimale Qualität.

Aussaat und Pflanzen

Wenn Sie ein Gemüsebeet anlegen, haben Sie grundsätzlich 2 Möglichkeiten:

  • Samen aussäen
  • Junge Pflanzen setzen

Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Samen verschiedener Gemüsesorten aussäen geht schneller und ist günstiger. Dafür dauert es länger und macht mehr Arbeit. Die zarten Pflanzen sind empfindlich und müssen vereinzelt werden. In Gartencentern und Baumärkten können Sie auch Jungpflanzen kaufen. Bei denen geht es wesentlich schneller bis zur Ernte. Dafür sind sie allerdings teurer.
Halten Sie sich an die Hinweise auf der Packung in Bezug auf den Zeitpunkt der Aussaat und dem Abstand zwischen den Pflanzen.
In der Regel ist der April der beste Monat für Aussaat oder Pflanzen. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Wetter ab. Ideal ist sonniges, warmes Wetter. Manche Gemüsesorten sind frostempfindlich. Verwenden Sie beim Pflanzen oder Aussäen 2 Stöcke und eine Schnur, damit die Reihen schön gerade werden.

Informieren Sie sich jetzt über eine Garteneinrichtung!

Was gehört in ein Beet?

Gemüse

Welche Gemüsesorten Sie im Beet anbauen, hängt nicht nur von Ihrem persönlichen Geschmack ab. Bei Gemüse unterscheidet man Vorkulturen, Hauptkulturen und Nachkulturen.
Hauptkulturen sind Gemüsesorten mit langer Wachstumszeit.

Typische Hauptkulturen:

  • Kartoffeln
  • Gurken
  • Tomaten
  • Kohl
  • Karotten

Vor- oder Nachkulturen haben dagegen eine kurze Wachstumszeit. Viele dieser Gemüsesorten sprießen auch bei leichtem Frost aus dem Boden und sorgen für frisches Grün im Garten

Typische Vor- bzw. Nachkulturen:

  • Radieschen
  • Buschbohnen
  • Lauch
  • Kohlrabi
  • Spinat
  • Feldsalat

Damit Sie aus Ihrem Garten möglichst lange Gemüse ernten können, bauen Sie entweder zuerst eine Vorkultur an und nach deren Ernte die Hauptkultur. Sie können auch mit der Hauptkultur beginnen und nach der Ernte eine Nachkultur anbauen.
Bestimmte Kombinationen haben sich besonders gut bewährt. Spinat eignet sich gut als Vorkultur für Karotten. Buschbohnen können Sie dagegen als Nachkultur für Kartoffeln anbauen. Wenn die Ernte der Kartoffeln beendet ist, pflanzen Sie Buschbohnen. Feldsalat verträgt Kälte. Er ist eine ideale Nachkultur für Kohl oder Zwiebeln.

Fruchtfolge einhalten

Damit Sie an Ihrem Gemüsegarten viel Freude haben und die Ernte gut ausfällt, sollten Sie jedes Jahr anderes Gemüse anbauen und die Erde umgraben. Dadurch vermeiden Sie es, dass der Boden ausgelaugt wird. Als Faustregel gilt, dass Sie niemals 2 Jahre hintereinander Gemüse aus derselben Familie anbauen sollten. Beispiele dafür sind Kohlarten wie Weiß- und Rotkohl oder Kohlrabi. Kartoffeln und Gurken sind Nachtschattengewächse. Für sie gelten dieselben Regeln.

Tipp: Wenn Sie nicht nur ein Beet anlegen, sondern einen ganzen Gemüsegarten, legen Sie sich einen Anbauplan an und speichern ihn auf Ihrem Computer. Dann wissen Sie exakt, wo Sie welches Gemüse angebaut hatten und können dementsprechend wechseln. Das gibt der Erde Zeit, sich zu erholen.

Geheimtipp Mischkultur

Normalerweise wird auf einem Beet im Garten immer nur eine Kultur angebaut. Das ist auch sinnvoll, wenn es sich um einen großen Garten bzw. Gemüsegarten handelt. In einem kleinen Garten ist es besser, wenn Sie eine Mischkultur anlegen.

Bei einer Mischkultur bauen Sie mehrere Gemüsesorten auf einem Beet an. Bestimmte Sorten vertragen sich gut miteinander und unterstützen sich sogar gegenseitig. Eine klassische Mischkultur, die sich im Gemüsegarten bewährt hat, sind Karotten und Zwiebeln. Der Duft der Karotten vertreibt die Zwiebelfliege, während der Duft der Zwiebeln die Möhren Fliegen verscheucht.

Andere Gemüse, die "gute Freunde" sind:

  • Blumenkohl zusammen mit Sellerie, Buschbohnen oder Tomaten
  • Erdbeeren zusammen mit Kohlrabi, Knoblauch oder Karotten
  • Buschbohnen zusammen mit Gurken, Dill oder Rote Bete
  • Kohl zusammen mit Dill, Salat, Sellerie und Tomaten

Es gibt allerdings auch Gemüsesorten, die sich nicht miteinander vertragen. Dazu gehören beispielsweise Feldsalat und Petersilie. Kürbis gehört überhaupt nicht auf ein Gemüsebeet. Er hat einen so hohen Nährstoffbedarf, dass er den Boden auslaugt. Der beste Platz für Kürbis im Garten ist der Kompost. Dort kann er gut gedeihen und belohnt Sie mit einer reichen Ernte.

Welche Pflege ist notwendig?

Person erntet das im Garten angebaute Gemüse.

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen im Gemüsegarten sind Unkraut jäten, umgraben und gießen. Besonders bei feuchtwarmen Wetter wächst das Unkraut prächtig. Wenn Sie nicht regelmäßig jäten, wird es das gesamte Gemüsebeet zuwuchern. Bei trockenem heißem Wetter kommen Sie nicht darum herum, fast täglich zu gießen. Das erfolgt am besten am Morgen oder am Abend. Für den Gemüsegarten können Sie sich eine Bewässerungsanlage mit Zeitschaltuhr anlegen. Bei nur einem Gemüsebeet lohnt sich der Aufwand jedoch nicht. Da Gemüse dem Boden Nährstoffe entzieht, gehört auch die Düngung zu den regelmäßigen Pflegemaßnahmen. Bereits beim Anlegen des Beetes können Sie eine Bodenprobe analysieren lassen. Dadurch erfahren Sie, welche Qualität Ihr Boden besitzt und welche Nährstoffe er benötigt.

Tipp: Zu einem nachhaltigen Beet gehört auch nachhaltiges, umweltschonendes Düngen.

Eines der besten Materialien ist Kompost. Ein Haufen mit Kompost darf in keinem Garten fehlen. Sie können fast alle organischen Materialien zu Kompost umwandeln: Pflanzenteile, Küchenabfälle, ja sogar Eierschalen und Kaffeesatz oder Teeblätter. Durch den Einsatz von Kompost sparen Sie chemischen Dünger. Eine umweltschonende Methode der Düngung ist die Gründüngung. Das ist der Anbau von Pflanzen, die den Boden verbessern. Bekannte Beispiele sind Lupinen oder Studentenblumen.

Was tun, wenn kein Garten vorhanden ist?

Das bedeutet noch lange nicht, dass Sie auf frisches Gemüse aus eigener Ernte verzichten müssen. Sie können sich zum Beispiel ein Hochbeet anlegen und es auf den Balkon stellen. Es eignet sich auch, wenn der Boden in Ihrem Garten zu schlecht ist. Von einem Hochbeet können Sie eine ebenso gute Ernte wie von einem Gemüsebeet der gleichen Größe erwarten.
Selbst auf einem kleinen Balkon oder auf dem Fensterbrett können Sie sich ein Mini-Gemüsebeet anlegen. Dort eignen sich beispielsweise Tomaten oder Küchenkräuter. Den Kindern macht die Ernte einen Riesenspass.

Wie viel kostet ein Beet im Garten?

Der finanzielle Aufwand ist gering, der Nutzen aber groß. Sie benötigen Saatgut, eventuell Gartenerde, Dünger und ein paar Gartengeräte und Hilfsmittel. Die meisten dieser Hilfsmittel können Sie Jahr für Jahr immer wieder benutzen. Wenn Sie selbst einen Gemüsegarten anlegen, erhalten Sie nicht nur frisches Gemüse aus eigener Ernte, sondern haben gleichzeitig eine schöne und interessante Freizeitbeschäftigung, die gut für Ihre Gesundheit ist.

Ein Gemüsebeet anlegen lohnt sich!

Sie sollten es ruhig mal ausprobieren, Ihr eigenes Gemüsebeet anzulegen. Das Anlegen ist gar nicht so schwer. Auch der Aufwand bei der Pflege hält sich in Grenzen. Dafür werden Sie mit köstlichem Gemüse aus eigener Ernte belohnt. Es schmeckt nicht nur besser als das Gemüse aus dem Supermarkt, es ist auch frei von Schadstoffen und macht Sie stolz auf Ihr Geschick als Gärtner. Probieren Sie es einfach mal aus, Sie werden es nicht bereuen.

Informieren Sie sich jetzt über eine Garteneinrichtung!

Beitrag per WhatsApp teilen