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Schädlinge im Garten: Was können Sie dagegen unternehmen?

16.06.2021 14:47

Schnecke auf einem Blatt

Mit dem Befall durch beispielsweise Nacktschnecken, Wühlmäuse oder Schildläuse und anderen schädlichen Insekten wird wahrscheinlich jeder Gärtner früher oder später konfrontiert. Früher gab es für Schädlinge im Garten eine Patentlösung, egal ob es sich um Blattläuse, Schnecken, Ameisen oder den Buchsbaumzünsler handelte: Der Gartenfreund griff zur chemischen Keule und vernichtete den Befall. Allerdings wurden dabei nicht nur schädliche Insekten getötet, sondern auch viele Nützlinge. Dieses Verhalten trug beispielsweise zum Verschwinden der Schmetterlinge bei. Heute empfehlen Experten, Schädlinge im Garten gezielter zu bekämpfen, um den Schaden an der Umwelt so gering wie möglich zu halten. Sie empfehlen mechanische und biologische Verfahren zur Schädlingsbekämpfung.

Wie bekämpfen Sie Schädlinge im Garten?

Der erste Schritt besteht darin, zu erkennen, mit welchen Schädlingen Sie es zu tun haben. Nur wenn Sie eindeutig wissen, womit Sie es zu tun haben, können Sie geeignete Maßnahmen ergreifen. Das Versprühen giftiger Chemikalien sollte dabei nur das letzte Mittel sein.

Besser sind natürliche Methoden, die zudem umweltfreundlicher sind. Dazu gehören unter anderem:

  • gute Pflege und regelmäßiges Düngen der Pflanzen
  • regelmäßiges Jäten und Lockern der Erde
  • Insektenhotels aufstellen
  • Versprühen von natürlichen Mitteln wie Knoblauchsud (gegen Blatt- und Wollläuse)

Mechanische Methoden der Bekämpfung

Kontrollieren Sie die Pflanzen im Garten regelmäßig und reagieren Sie sofort, wenn Sie die Anwesenheit von Schädlingen feststellen. Je schneller Sie handeln, umso leichter fällt die Eindämmung des Befalls. Wenden Sie nach Möglichkeit mechanische Methoden der Bekämpfung an:

  • Absammeln der Schädlinge
  • befallene Pflanzen und Blätter einsammeln und verbrennen
  • Fallen aufstellen
Frau im Garten.

Biologische Bekämpfung

Damit ist gemeint, dass Sie biologische Methoden benutzen sollten, um Schädlinge im Garten zu bekämpfen. Dazu gehört, dass Sie die Ansiedlung von Nützlingen fördern. Nützlinge sind Tiere, die beispielsweise Schädlinge fressen. Das beste Beispiel ist der Marienkäfer, der ein natürlicher Feind der Blattlaus ist. Auch Ohrwürmer sehen zwar schrecklich aus, vertilgen aber viele schädliche Insekten. Durch Insektenhotels fördern Sie die Ansiedlung der Nützlinge.

Wussten Sie, dass Sie Nacktschnecken mit Schnecken bekämpfen können?
Schnecken mit Gehäuse richten im Garten kaum Schaden an. Ganz im Gegenteil, die Weinbergschnecke ist sogar ein Nützling. Sie lebt räuberisch und ernährt sich von den Eiern der Nacktschnecken, die den meisten Schaden im Garten anrichten.

Bringen Sie im Garten Nistkasten für Vögel an und stellen Sie Vogeltränken auf. Der Gärtner betrachtet Vögel als seine Freunde, weil sie natürliche Schädlingsbekämpfer sind.

Greifen Sie nur zu drastischen Maßnahmen, wenn es gar nicht anders geht. In diesem Fall sollten Sie zuvor den Rat eines Fachmanns einholen.

Die Natur wird es Ihnen danken, wenn Sie auf chemische Mittel zur Schädlingsbekämpfung verzichten.

Häufige Schädlinge im Garten

Im Folgenden zeigen wir Ihnen die Schädlinge, die am häufigsten in Gärten anzutreffen sind.

Die Blattlaus

Zu den häufigsten Schädlingen im Garten gehören Blattläuse. Sie befallen am liebsten junge, zarte Pflanzen. Oft sitzen sie gut getarnt an der Unterseite der Blätter, sodass ein Befall nur schwer zu entdecken ist. Es gibt viele verschiedene Arten von Blattläusen. In diesem Zusammenhang sollten Sie beachten, dass es eine Symbiose zwischen Blattläusen und Ameisen gibt. Die Ameisen lieben die zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse sehr und züchten sie regelrecht. Ameisen verteidigen ihre "Kühe" auch gegen natürliche Feinde wie den Marienkäfer. Einen Befall mit Blattläusen erkennen sie am Honigtau, eine klebrige Schicht, mit der die Blätter überzogen sind. Die Pflanzen reagieren auf den Befall mit Wachstumsstörungen.

Schnecken & Nacktschnecken

Diese Schädlinge können dem Gärtner durch ihre Gefräßigkeit das Leben schwer machen. Ganz besonders lieben sie Salat. Schnecken und Nacktschnecken sind in der Lage, eine komplette Ernte zu vernichten. Selbst Pflanzen, die nicht gefressen wurden, sind von Schleim überzogen und die Blätter durchlöchert. Ihre Fraßspuren an den Pflanzen verraten ihre Anwesenheit.

Wühlmäuse

Eigentlich sehen die Nager ja ganz niedlich aus. Trotzdem richten sie im Garten großen Schaden an, weil sie sich von Wurzel- und Knollengemüse wie Karotten, Rüben, Sellerie, aber auch Blumenzwiebeln ernähren. Die saftige Rinde junger Pflanzen und Setzlinge ist für die Wühlmäuse ebenfalls ein Leckerbissen. Sie erkennen die Anwesenheit der Wühlmäuse durch ihre langen Gänge, die flach unter der Erde verlaufen. Die Tiere schieben Hügel auf, die sich von Maulwurfshügeln durch ihre geringere Größe unterscheiden.

Schildläuse

Schildläuse sind Schädlinge, die sich vom Saft der befallenen Pflanzen ernähren. Sie tragen ihren Namen wegen eines wachsartigen Sekrets, das sie wie ein Schild bedeckt. Junge Schildläuse schwärmen aus und suchen sich ihren Fressplatz. Wenn sie sich festgesetzt haben, bleiben sie bis zum Lebensende an den betreffenden Pflanzen. Durch Schildläuse befallene Pflanzen erkennen Sie an der charakteristischen Form und der bräunlichen bis grau-weißen Farbe der Schilde, unter denen sich die Schädlinge verbergen.

Schmetterling im Garten.

Buchsbaumzünsler

Die meisten Schmetterlinge gelten als Nützlinge oder zumindest neutral, wenn auch die Raupen Blätter fressen. Anders der Buchsbaumzünsler. Der Schmetterling gehört zu den gefürchteten Schädlingen im Garten. Während die ausgewachsenen Schmetterlinge harmlos sind, richten die Raupen große Schäden an. Wie der Name bereits verrät, fressen die Raupen des Buchsbaumzünsler hauptsächlich die Blätter von Buchsbäumen. Die Insekten sind in der Lage, eine Hecke kahlzufressen und die Pflanzen zum Absterben zu bringen. Ein Befall mit dem Buchsbaumzünsler ist nur schwer zu entdecken, weil sich die Raupen in der dichten Hecke gut verstecken.

Dickmaulrüssler

Dickmaulrüssler sind nachtaktive Käfer. Sie können die Anwesenheit der Insekten an ihren Fraßspuren erkennen. Sie fressen Buchten in die Blätter der von ihnen befallenen Pflanzen. Besonders mögen sie Rhododendron und Kirschlorbeer und Erdbeeren. Noch größeren Schaden als die Käfer richten ihre Larven an. Ein Dickmaulrüssler kann bis zu 1.000 Eier ablegen, aus denen nach kurzer Zeit die Larven schlüpfen. Ob Ihr Garten vom Dickmaulrüssler befallen ist, lässt sich nur schwer feststellen. Die Käfer kommen nur nachts aus ihren Verstecken und die Larven leben unterirdisch.

Andere Schädlinge im Garten

Die Liste der Schädlinge im Garten ist lang. Teils richten die ausgewachsenen Insekten den Schaden an, teils die Raupen oder die Larven. Im Garten kommen außer den oben genannten Tieren folgende Schädlinge häufig vor:

  • Wollläuse
  • Spinnmilben
  • Weiße Fliegen
  • Thripse

Vorbeugen ist besser als bekämpfen

Achten Sie darauf, keine zu große Bestände einer einzigen Pflanzenart anzubauen. Monokulturen begünstigen das Auftreten von Schädlingen. Pflanzen Sie mehrere Sorten Gemüse oder Blumen zusammen. Viele Pflanzenarten schützen sich gegenseitig, indem sie Stoffe absondern, die bestimmte Arten von Schädlingen nicht mögen. Wechseln Sie auch die Fruchtfolge und bauen nicht Jahr für Jahr auf demselben Fleck dieselben Gemüsesorten oder Blumen an. Durch solche Maßnahmen verhindern Sie eine Massenvermehrung der Schädlinge, die das eigentliche Problem darstellt.

Schädlinge im Garten - lernen Sie toleranter zu sein

Manche Gartenfreunde haben einen Hang zur Perfektion. Sie wollen makelloses Obst und Gemüse und Blumen wie aus dem Katalog. Das ist aber unnatürlich und hat Schäden an der Umwelt zur Folge. Die angestrebte Perfektion ist nur durch den massiven Einsatz von Chemikalien wie Herbizide, Insektizide, Fungizide und Dünger zu erreichen. Durch die Mittel werden nicht nur Schädlinge vernichtet, sondern auch viele nützliche Tierarten. Zudem bleiben Rückstände der Chemikalien im Obst und Gemüse.
Es ist gesünder und natürlicher, ein gewisses Maß an Schädlingen im Garten zu tolerieren. Mit mechanischen und biologischen Methoden können Sie Schädlinge im Garten sowieso nicht ausrotten, sondern ihr Vorkommen auf eine Zahl reduzieren, mit der Sie leben können.

Informieren Sie sich jetzt über eine Garteneinrichtung!

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