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Corona-Risiko für den eigenen Pool eindämmen

10.06.2020 11:27 0 Kommentare

Seit Anfang des Jahres 2020 die ersten Meldungen über ein neues Coronavirus auftauchten, das eine Infektion der Lunge und die schwere Krankheit Covid-19 hervorrufen kann, hat sich das Leben für Milliarden von Menschen grundsätzlich verändert. Im Vergleich zu anderen Ländern gelang es zwar Deutschland, bis jetzt relativ gut mit dem Coronavirus fertig zu werden und die Zahl der Fälle in Grenzen zu halten. Trotzdem herrscht bei vielen Menschen eine große Unsicherheit. Denn sie fürchten eine Ansteckung mit dem Virus. Den langfristigen Prognosen der Meteorologen zufolge soll der Sommer in diesem Jahr sehr heiß werden. Abkühlung werden viele dann im eigenen Pool suchen, zumal das örtliche öffentliche Schwimmbad oft noch geschlossen ist. In diesem Zusammenhang stellen sich viele eine Frage:

Corona-Risiko im Pool im Pool eindämmen

Wie groß ist die Gefahr einer Infektion mit Corona im eigenen Pool?

Diese Frage lässt sich zunächst ganz allgemein beantworten. Das Risiko einer Ansteckung im eigenen Pool bzw Schwimmbad im Garten ist zwar nicht Null, jedoch erheblich geringer als in einem öffentlichen Schwimmbad.
Solange es noch zahlreiche aktive Corona Fälle gab, blieben letztere aus guten Gründen geschlossen. Weil im öffentlichen Schwimmbad viele Menschen an einem Ort zusammenkommen, ist das Risiko einer Infektion viel größer als im eigenen Pool. Die Gefahr geht dabei nicht vom Wasser, sondern von der Nähe der Menschen zueinander aus, die eine Ansteckung erst ermöglicht.

Der beste Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus ist, Kontakte mit Personen außerhalb des eigenen Haushalts auf ein Minimum zu reduzieren. Falls es unumgänglich sein sollte, dann ist das wichtigste Gebot Abstand halten!

Wie hoch ist das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus im Wasser?

Dazu gibt die Website infektionsschutz.de, ein Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Antwort. Sie schreibt, dass es laut Angaben der WHO bisher keine Hinweise auf eine Infektion mit dem Coronavirus durch Wasser gibt. Das bezieht sich sowohl auf Trinkwasser als auch auf das Wasser im Schwimmbad bzw. Pool. Eine Ansteckung mittels Übertragung der Viren durch Wasser ist zwar in der Theorie möglich, in der Praxis jedoch eher unwahrscheinlich.

Wie werden die Viren übertragen?

Die Infektion mit dem Virus erfolgt fast ausschließlich durch Aerosole. Das sind mikroskopisch kleine Tröpfchen aus Speichel, die bei infizierten Personen Viren in sich tragen und lange in der Luft schweben. Werden die Tröpfchen von gesunden Menschen eingeatmet, findet eine Ansteckung statt. Sogenannte Schmierinfektionen (die Übertragung des Coronavirus durch Anhaftung an Oberflächen) spielt ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle.

Wie hoch ist das Risiko einer Ansteckung durch Wasser im Pool?

Das Risiko, sich im eigenen Pool mit Corona anzustecken, geht nahezu gegen Null. Dafür sprechen mehrere Gründe. Zum einen ist der private Pool kein öffentliches Schwimmbad. Das bedeutet, die Zahl der Personen, die den Pool benutzen und dabei das Wasser kontaminieren könnten, ist von vornherein kleiner. Wenn niemand in der Familie infiziert ist, kann es keine Ansteckung geben.
Zum anderen wird die Konzentration der Viren im Wasser sehr stark verdünnt, sodass sie gar nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden sind, um eine Infektion zu verursachen.

Der wichtigste Faktor, der das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus im Pool verhindert, ist jedoch die Wasseraufbereitung.

Jeder Pool und jedes Schwimmbad benötigt eine Anlage oder ein Verfahren zur Wasseraufbereitung. Das ist notwendig, um die Wasserqualität zu gewährleisten und um Keime abzutöten. Genau das passiert mit dem Coronavirus im Wasser. Es wird abgetötet.
Die Viren aus der Gruppe Corona (es gibt 7 davon) sind nicht sehr widerstandsfähig. Das Wasser wird meistens mit Chlor desinfiziert. Laut WHO reicht ein Chlorgehalt von mindestens 0,5 mg Chlor pro Liter Wasser im Pool aus, um Viren wie Corona und andere zuverlässig abzutöten. Poolexperten empfehlen übrigens eine Konzentration von 0,5 - 1,0 mg Chlor pro Liter.

Wie groß ist das Risiko in natürlichen Gewässern?

Auch dort ist das Risiko einer Infektion mit Corona nur minimal, zumindest im und durch das Wasser. Es wird zwar nicht gechlort wie im Schwimmbad, aber so stark verdünnt, dass eine Ansteckung bzw. Übertragung unwahrscheinlich ist. Selbst in scheinbar stehenden Gewässern gibt es immer Strömungen, die den Wasserkörper ständig vermischen. Dasselbe trifft auch auf Naturbäder oder Badeteiche zu, in denen das Wasser nicht gechlort wird. In den meisten Fällen haben Gewässer zudem einen Zu- und Abfluss, der für eine ständige Erneuerung des Wassers sorgt. Die Möglichkeit einer Infektion mit Corona besteht praktisch nur dann, wenn eine bereits infizierte Person mit anderen in Kontakt kommt. Eine Infektion mittels Wasser wäre nur denkbar, wenn es sich um sehr kleine, stehende Gewässer handelt. In denen ist die Wasserqualität jedoch meistens ziemlich schlecht. Kaum jemand wird in einer Pfütze oder einem Tümpel freiwillig baden.

Viren im Pool verhindern

Wie kann das Risiko einer Infektion im Pool minimiert werden?

Dafür sind eine Reihe von Maßnahmen geeignet:

1. Verbesserung der Wasserqualität

Das Wasser im Pool sollte durch die Umwälzpumpe mindestens zwei- bis dreimal pro Tag durch die Filteranlage gepumpt werden. Der Filtersand darf nicht zu alt sein. Die Badesaison startet immer mit frischem Sand. Während des Betriebs muss der Filter regelmäßig zurückgespült werden. Bei hohen Temperaturen und intensiver Nutzung des Pools kann es unter Umständen erforderlich sein, den Sand auszutauschen.
Ebenso wichtig ist es, den Pool so sauber wie möglich zu halten und mit dem Skimmer oder einem Poolsauger groben Schmutz aus dem Wasser zu entfernen. Das unterstützt die Arbeit der Filteranlage.

2. Chlorgehalt im Wasser

Der Chlorgehalt sollte regelmäßig gemessen werden. Um Viren, inklusive das Coronavirus, zuverlässig abzutöten, darf der Chlorgehalt im Wasser laut WHO nicht unter 0,5 mg/l fallen. Im Handel sind einfache Testkits erhältlich, mit denen sich die Aufgabe schnell und einfach erledigen lässt. Der pH-Wert sollte zwischen 7,0 und 7,4 liegen. Bei großer Hitze oder intensiver Nutzung des Pools kann die Chlorkonzentration geringfügig erhöht werden. Verbraucher, die bis jetzt das Wasser noch manuell chloren, sollten ernsthaft in Erwägung ziehen, sich eine automatische Dosierungseinrichtung für Poolchemikalien oder noch besser auf eine Salzwasseranlage umstellen. Die arbeitet vollautomatisch und hält den Chlorgehalt auf dem gewünschten Niveau. Zudem zeichnet sie sich durch niedrigere Betriebskosten und bessere Umweltverträglichkeit aus.

3. Zusätzliche Maßnahmen

Die Desinfektion des Wassers im Pool kann durch die Installation eines UV-Strahlers unterstützt werden. Die Geräte sind als Zubehör für das Schwimmbad erhältlich und können nachträglich installiert werden. UV-Strahler arbeiten nach einem ganz einfachen Prinzip. Das Wasser fließt auf dem Weg vom Filter zum Pool durch spezielle Röhren aus Quarzglas. Dort wird es einer intensiven UV-Strahlung ausgesetzt. Diese ist so energiereich, dass sie alle Mikroorganismen, einschließlich des Coronavirus, zuverlässig abtötet. Das Wasser im Schwimmbad wird praktisch sterilisiert.

4. Sonstige Maßnahmen

Poolexperten empfehlen, sich vor dem Baden zu duschen und den Körper dabei mit Seife oder Duschgel gründlich zu reinigen. Eine Solardusche, auch Gartendusche genannt, liefert das dafür erforderliche warme Wasser ohne einen Stromanschluss zu benötigen. Diese Maßnahme verringert nicht nur das Risiko einer Ansteckung, sie trägt auch zur Verbesserung der Wasserqualität bei, weil weniger Schmutz ins Wasser gelangt.
Jeder Badegast sollte natürlich sein eigenes Handtuch benutzen.
Der Beckenrand, das Geländer und Handläufe oder Griffe sollten vor dem Beginn des Badens und danach mit haushaltsüblichen Mitteln desinfiziert werden.

Tipp: Heißes Essigwasser ist nicht nur ein ausgezeichnetes und günstiges Desinfektionsmittel, es beseitigt auch Kalkflecken.

Maßnahmen zur Hygiene

Dinge, die unbedingt vermieden werden sollten

Personen, die sich krank oder auch nur gering unwohl fühlen, sollten nicht in den Pool gehen. Besser ist es, sich auszukurieren und zu warten, bis die Gesundheit wieder hergestellt ist.

Aus Angst vor Corona darf keinesfalls eine Stoßchlorung durchgeführt werden!
Damit ist die plötzliche Zugabe großer Mengen an Poolchemikalien ins Wasser gemeint. Chlor ist eine sehr aggressive und potenziell gefährliche Substanz. Wird seine Konzentration im Wasser zu hoch, kann das zu Hautreizungen, ja sogar zu Verletzungen der Augen und Schleimhäute und zu Vergiftungserscheinungen führen.
Eine Stoßchlorung ist nur angebracht, wenn das Schwimmbad frisch mit Wasser gefüllt wird oder wenn das Wasser zu kippen droht (plötzliche Verschlechterung der Wasserqualität).
Während einer Stoßchlorung darf sich niemand im Wasser aufhalten. Bevor wieder gebadet werden kann, müssen Chlorkonzentration und pH-Wert geprüft werden.

Was ist im öffentlichen Schwimmbad?

Das Risiko einer Infektion im Wasser ist sehr gering, weil es regelmäßig gereinigt und desinfiziert (gechlort) wird. Der Bademeister überprüft die Wasserqualität in regelmäßigen Abständen.
Etwas anders sieht es mit dem Risiko einer Ansteckung außerhalb des Wassers aus. Da in einem öffentlichen oder halb privaten Schwimmbad viele fremde Menschen zusammenkommen, ist das Risiko einer Infektion viel größer als im eigenen Pool zu Hause. Bis jetzt wurden zwar noch über keine Fälle von Corona berichtet ,die auf eine Infektion in einem Schwimmbad zurückzuführen sind, theoretisch besteht die Möglichkeit aber schon. Das höchste Risiko einer Infektion herrscht in geschlossenen Räumen, in denen viele Menschen zusammenkommen. Dort können sich Aerosole lange in der Luft halten. Im Freien werden sie durch Luftströmungen rasch verdünnt und weggeweht.

Im öffentlichen Schwimmbad ist die beste Methode zur Vermeidung einer Ansteckung Abstand halten.

Hygiene ist beim Abtöten des Coronavirus wichtig

Das Risiko, sich mit dem Coronavirus im eigenen Pool zu infizieren ist sehr gering, vorausgesetzt, die Familie hält sich an die von den Behörden empfohlenen Kontaktbeschränkungen als wirksamste (und bis jetzt einzige) Methode zur Bekämpfung von Corona. Vom Wasser im eigenen Pool geht keine Gefahr aus, weil es ja sowieso chemisch behandelt werden muss, um eine gute Wasserqualität zu gewährleisten. Poolchemikalien oder Salzwasseranlagen in Kombination mit UV-Strahlern töten Keime zuverlässig ab, auch das Coronavirus. Zur Erhöhung der Sicherheit ist eine regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität (Chlorgehalt und pH-Wert) empfehlenswert. Als zusätzliche Maßnahmen sollte jeder Badegast sein eigenes Handtuch benutzen, sich vor dem Baden gründlich duschen und den Beckenrand sowie Leitern und Handläufe desinfizieren. Mit diesen einfachen Maßnahmen steht einer spritzigen und erfrischenden Badesaison trotz Corona nichts mehr im Weg!

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