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Sauna versus Infrarotkabine

08.06.2019 13:04 0 Kommentare

Infrarotstrahler in der Saunakabine

Infrarotlampen und ihre Wirkung kennen wir nahezu alle. Ob es noch aus der Kindheit ist, um die Nasen- und Stirnnebenhöhlen wieder frei zu bekommen oder auch als Erwachsener um Verspannungen, zum Beispiel aus dem Nacken- und Schulterbereich loszuwerden. Die Lampen befinden sich nahezu in jedem Haushalt und erst recht in fast jedem Wellnessbereich. Das rote Licht macht mittlerweile auch der Sauna Konkurrenz oder ergänzt sie sinnvoll:

Wer sich Zuhause Wärme gönnen möchte, der wird früher oder später vor der Entscheidung stehen, ob es eine Sauna oder eine Infrarotkabine sein soll. Um hier eine sinnvolle Entscheidung zu treffen, die man auch noch nach einigen Jahren Nutzung nicht bereut, sollte man die Details und Unterschiede kennen:

Sauna oder Infrarotkabine - das macht den Unterschied

Grundsätzlich unterscheiden sich beide Systeme natürlich in der Technik. Eine Blocksauna oder finnische Sauna heizt über einen Ofen. Bei einer Infrarotsauna oder Infrarotkabine wird der Körper mit Wärmestrahlen aufgewärmt.

Wärme von Innen oder von außen

Der Unterschied zwischen den beiden Wärmekabinen ist es, dass die Wärme einer Sauna dem Körper von außen zugeführt wird. Bei einer finnischen Sauna werden durch den Ofen von 80 bis 95 Grad Celsius erreicht. Hierbei wird die komplette Saunakabine beheizt. Diesen Temperaturen setzt man den Körper über einen Zeitraum von 15 bis 20 Minuten aus. Der Körper schwitzt, verliert Flüssigkeit und die Muskeln entspannen sich durch die Wärme. Das wohlig warme Gefühl und auch die Muskelentspannung kann auch von Innen mit Hilfe von Wärmestrahlen erreichen. Das hat den Vorteil, dass man weniger schwitzt und auch den Kreislauf schont.

Medizinische Wirkung auf den Körper

In einer klassischen Sauna wird die Wärme quasi von außen in den Körper gedrückt. Man schwitzt. So sollen Toxine und chemische Schadstoffe aus dem Körper geleitet werden. Diese werden nach dem Saunagang bei einer Dusche von der Haut gespült. Bei einem Gang in die Infrarotkabine wirken lediglich Temperaturen von 40 bis 50 Grad auf den Körper. Trotzdem wird eine größere Menge Schweiß vom Körper abgesondert in der gleichen Zeit. Zudem sind die geringeren Temperaturen sehr Kreislaufschonend und besonders für Menschen mit Herz-Kreislaufproblemen geeignet.

Nach dem Sport ist ein Saunagang besonders belebend. Die Muskeln erholen sich und spätestens nach der warmen Sauna und der kalten Dusche fühlt man sich erfrischt und erholt. Infrarotlicht wird unter anderem auch zur Therapie der Muskulatur und der Gelenke verwendet. Infrarotstrahlung ist ein Teil des Sonnenlichts. Sie wird auch in Privathaushalten nicht nur zur Wärmeanwendung genutzt, sondern auch zur Schmerzbehandlung des Bewegungsapparates oder zur Muskelentspannung. Die Wärme, die durch Infrarotlicht in den Körper gebracht wird, dringt tiefer in den Körper ein, als die einer Sauna. Diese Tiefenwärme wird besonders in den Muskelstrukturen wirksam und schafft somit eine Steigerung der Durchblutung. Diese wird von den Muskeln über das Herz-Kreislaufsystem im ganzen Körper verteilt.

Der klassische Saunagang

Der klassische Saunagang hat nicht nur entspannende Wirkung, sondern ist auch Teil eines Lebensgefühls. Denn er besteht nicht nur aus 15 bis 20 Minuten Verweildauer in der Sauna, einem Aufguss und der obligatorischen Dusche danach. Ein Saunabesuch besteht aus mehreren Saunagängen. Meist zwei bis vier Mal wird die Sauna besucht, zwischendurch kann man sich im eigenen Pool abkühlen, Wassermelone oder Wassereis essen und sich von den Saunagängen erholen. In der Infrarotkabine hält man sich für einen längeren Zeitraum auf. Dieser kann um die 30 Minuten betragen. die klassische Saunahitze wird allerdings nicht erreicht und auch in den Genuss verschiedener Aufgüsse kommt man natürlich nicht.

Vor- und Nachteile von Infrarot und Sauna

Natürlich haben beide Systeme ihre Vor- und Nachteile. Oft sind die Vorteile des einen, der Nachteil des anderen. Derzeit werden Infrarotkabinen als ernsthafte Alternative zur klassischen Sauna gehandelt. Das hat durchaus seine Berechtigung. Wer schon mal in den Genuss einer Infrarotkabine gekommen ist, wird früher oder später den Wunsch verspüren diesen Luxus auch daheim zur Verfügung zu haben. An das klassische Saunagefühl einer finnischen Sauna mit Aufguss, kommt eine Infrarotkabine allerdings oft nicht ran.

Wohlfühlen in der Kabine

Hier hat die Infrarotkabine die Nase vorn:

  • Entschlackende Wirkung durch Abgabe von Toxinen über die Haut
  • Schmerzbehandlung des Muskel- und Bewegungsapparates
  • Ein Durchgang, der circa 30 Minuten dauert, reicht aus
  • Es ist kein Vorheizen der Saunakabine notwendig
  • Schont das Herz-Kreislaufsystem durch Wärmewirkung bei geringeren Temperaturen zwischen 40 und 50 Grad
  • Ein 220 Volt - Anschluss reicht meist aus
  • Die Stellgröße beginnt bereits ab einem Quadratmeter, Saunen benötigen mehr Platz

Vorteile einer Sauna gegenüber einer Infrarotkabine:

  • Das typische finnische Saunagefühl
  • Möglichkeit von Aufgüssen
  • Unabhängigkeit von Strahlern - die Zeit in der Sauna kann je nach Lust und Laune sitzend oder liegend verbracht werden.
  • Die Temperaturen von 80 - 95 Grad kann eine Infrarotkabine nicht erreichen.
  • Die hohe Luftfeuchtigkeit während eines Aufgusses kann mit den richtigen Kräutern zusätzlich gut für die Atemwege sein.

Generell kommt es jeweils auf die Größe, Qualität und die Ausstattung der Kabine an, welches System die höheren Betriebskosten hat. Bei gleicher Größe kann man mit der derzeitig verwendeten Technik allerdings davon ausgehen, dass eine Infrarotkabine über die geringeren Betriebskosten und auch die weniger aufwendige Wartung verfügt.

Unser Fazit:

Im Grunde ist die Entscheidung eine sehr individuelle. Die Entscheidungskriterien sind klar. Doch es gibt zwei grundsätzliche Dinge, die den Unterschied ausmachen und trotz aller Vor- und Nachteile indiskutabel sind: Wer die medizinische Wirkung des Infrarotlichts sucht oder generell Herz-Kreislaufprobleme hat, ist mit einer Infrarotkabine durchaus gut beraten. Wer zu seinem Pool im Garten, lieber klassische Aufgüsse möchte und die Entspannung und das skandinavische Lebensgefühl sucht, welches man sonst nur im Urlaub findet, der sollte sich lieber eine klassische Saunakabine inklusive aller notwendiger Utensilien anschaffen. Beide Varianten gibt es sowohl für den Einbau bzw. die Nutzung im Haus als auch für draußen. Wobei klassische Infrarotkabinen eher nicht direkt mit einer Isolierung für die Gartennutzung ausgestattet sind. Hier muss bei vielen Modellen auch heute noch auf ein Gartenhäuschen oder eine klassische Outdoorsauna-Kabine zurückgegriffen werden. Mittlerweile sind übrigens auch einige Kombisaunen auf dem Markt erhältlich. Diese vereinen die Vorteile beider Systeme und lassen den Nutzern täglich von neuem die Wahl.

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