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Wie viel Chlor braucht ein Pool?

15.11.2019 17:42 0 Kommentare

Mann entspannt vor dem eigenen Pool

Wenn Sie sich für eine Desinfektion mit Chlor entscheiden, dann müssen Sie natürlich auch darauf achten, das Desinfektionsmittel optimal zu dosieren. Für viele ist dies eine Herausforderung und sie sind sich unsicher, wie viel Chlor Ihr Pool wirklich benötigt. Aus diesem Grund haben wir diesen Beitrag für Sie verfasst, der Ihnen alle relevanten Antworten geben soll. Wir machen Sie zum Profi in diesem Thema!

So berechnen Sie die richtige Wassermenge (Oval, Rund, Achtform, Rechteck Pool)

Bevor Sie Chlor hinzugeben, ist es wichtig, die Wassermenge in Ihrem Pool zu kennen. Dies ist unumgänglich bei einer ordnungsgemäßen Poolpflege. Wir erklären Ihnen hier, wie Sie die richtige Wassermenge berechnen:

  • Das Rechteckbecken ist sehr leicht zu berechnen: Länge x Breite x Wasserstand = Volumen in m³.
    Beispiel: Ihr Becken ist 7 Meter lang, 3 Meter breit und die Füllhöhe beträgt 1,30 Meter. Rechnung: 7 x 3 x 1,30 = 27,3 m³.
  • Das Rundbecken ist etwas komplizierter, aber dennoch einfach zu berechnen: Radius x Radius x Pi x Wasserstand = Volumen in m³.
    Beispiel: Sie haben ein 7 Meter Rundbecken mit einem Wasserstand von 1,20 m. Rechnung: 3,5 x 3,5 x 3,14 (Pi) x 1,20 = 46,2 m³.
  • Das Ovalbecken wird so berechnet: Größte Länge x weiteste Breite x Wasserstand x 0,89 = Volumen in m³.
  • Das Achtformbecken wird so berechnet: Größte Länge x weiteste Breite x Wasserstand x 0,85 = Volumen in m³.

Organisches oder anorganisches Chlor?

  • Organisches Chlor enthält ein zusätzliches Bindemittel: die Cyanursäure. Dieser Stabilisator ist an das Chlor gebunden und sorgt dafür, dass sich das Chlor nicht direkt nach der Zugabe verbraucht. Das Chlor im Pool ist also zunächst inaktiv und wird nach und nach für Beseitigung von Bakterien aktiv. Die meisten langsam löslichen Chlorprodukte werden deshalb durch die Cyanursäure unterstützt.
    Vorteil: Wasserdesinfektion ist gut planbar und leicht zu überprüfen.
    Nachteil: Das verbrauchte Chlor (gebundenes Chlor) sammelt sich mit der Zeit im Becken und ist verantwortlich für den klassischen Schwimmbadgeruch. Dieser kommt zustande, da das gebundene Chlor mit Harnstoffen im Pool eine Verbindung eingehen. Dies ist auch für gerötete Augen und gereizte Schleimhäute verantwortlich.
  • Anorganisches Chlor hat kein zusätzliches Bindemittel, es reagiert sofort und ist sehr reaktionsfreudig. Das anorganische Chlor ist deshalb hauptsächlich für eine Stoßchlorung geeignet, denn nach Zugabe ist der Chlorgehalt in kurzer Zeit sehr hoch, baut sich aber auch dementsprechend sehr schnell wieder ab. Daraus folgen eine schwierige Messbarkeit und eine zu ungenaue Langzeit-Pooldesinfektion.

Was ist eine Stoßchlorung?

Bei einer Stoßchlorung wird dem Poolwasser so viel Chlor hinzugefügt, bis ein Chlorgehalt von 5 mg pro Liter erreicht ist. Dieser Chlorgehalt muss dann mindestens 48 Stunden lang gehalten werden, während auch die Filteranlage durchgehend läuft. Durch diesen hohen Gehalt an Chlor können zum Beispiel Verunreinigungen oder auch Algenbefall erfolgreich beseitigt werden.

Wie hoch sollte der Chlorgehalt sein?

Entscheidend ist das freie Chlor. Das Wasser sollte einen Gehalt von 0,5 bis 1,0 mg freiem Chlor pro Liter aufweisen, um eine optimale Desinfektion gewährleisten zu können. Bei sehr hohen Außentemperaturen oder ausgiebiger Nutzung kann auch ein Wert von bis zu 1,2 mg pro Liter nicht schaden. Auf der Verpackung Ihres Desinfektionsmittels finden Sie auch Informationen zur optimalen Dosierung. Hierfür wird auf das Wasservolumen (m³) zurückgegriffen.

Diese Parameter sind neben Chlor noch wichtig

Der pH-Wert

Der ideale pH-Wert liegt zwischen 7,0 und 7,4. Doch warum ist das so und was ist der pH-Wert überhaupt?

pH ist die Abkürzung für potentia hydrogenii, was im Lateinischen so viel wie die „Stärke des Wasserstoffs“ bedeutet. pH gibt die Wasserstoffionenkonzentration an. Davon ist abzuleiten, ob das Wasser sauer, alkalisch oder neutral ist.

  • pH unter 7: sauer
  • pH = 7: neutral
  • pH über 7: alkalisch (basisch)

Hinweis: Leitungswasser hat in der Regel einen pH-Wert im neutralen bis leicht alkalischen Bereich. Deshalb muss in den meisten Fällen das frisch hinzugegebene Wasser direkt behandelt werden.

Warum muss der pH-Wert stimmen?

Der pH-Wert muss deshalb stimmen, weil die Poolchemie nur bei optimal eingestelltem pH-Wert wirkt. Um einen überhöhten Verbrauch von Desinfektionsmittel oder Probleme der Wasserqualität zu verhindern, ist es daher wichtig, den pH-Wert regelmäßig zu kontrollieren.

Das kann passieren, wenn der pH-Wert nicht optimal ist:

  • pH = sauer: Es sind Schäden an den Einbauteilen durch Korrosion, sowie Haut- und Augenreizungen möglich.
  • pH = alkalisch: Wasser kann trüb werden, da das Chlor die desinfizierende Wirkung verliert. Des Weiteren können Kalkablagerungen entstehen.

Die Alkalität

Die Alkalität gibt Auskunft darüber, wie konstant das Wasser den pH-Wert halten kann. Die Alkalität sollte zwischen 80 und 160 mg pro Liter liegen. Weicht sie von dem Wert ab, so kann es zu starken Schwankungen des pH-Werts kommen. Anpassen können Sie die Alkalinität mit pH-Plus und pH-Minus.

Phosphate im Pool

Durch die Wasseraufbereitung gelangt oft Phosphorsäure in das Wasser. Dies kann bei einem zu hohen Gehalt das Risiko von Algenbefall erhöhen. Verhindern können Sie die Phosphate im Pool leider nicht, da es auch natürlich im Leitungswasser zu finden ist. Um die Phosphate aus dem Becken zu bekommen, können Sie unter anderem Flockkartuschen verwenden. Desto weniger Phosphate im Wasser sind, desto geringer ist das Risiko, dass der Pool einen Algenbefall erleidet.

Die Cyanursäure

Die Cyanursäure baut sich nicht selbst ab, weshalb es mit der Zeit zu einer Überstabilisierung kommen kann. Infolgedessen wird das freie Chlor blockiert und kann nicht wirken. Sie können diesen Prozess verhindern, indem Sie einen Teilwasseraustausch durchführen.

Gepflegte Poolanlage

So können Sie den pH-Wert und den Chlorwert messen

Ihnen stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, wie Sie den Chlorwert in Ihrem Pool messen können. Es gibt Teststreifen, Schütteltests oder auch elektronische Messgeräte. Hier eine kleine Übersicht:

  • Teststreifen werden kurz im Poolwasser geschwenkt. Nach kurzer Zeit färben sich Felder auf dem Teststreifen, die Sie mit der Skala abgleichen und somit den Wert ermitteln können.
    Nachteil: Die Teststreifen können nur einmalig verwendet werden und sind im Gegensatz zu den anderen Messgeräten eher ungenau.
  • Der Schütteltest sieht aus wie eine kleine Box und verfügt über ein Drei-Kammer-System, das für die Messung mit Poolwasser gefüllt wird. Im Anschluss daran wird jeweils eine Tablette in den passenden Behälter gegeben. Dabei dürfen die Tabletten nicht berührt werden. Danach werden die Kammern geschlossen und die Box wird leicht geschwenkt. Nach kurzer Zeit können Sie die Werte ablesen.
  • Ein elektronisches Messgerät (zum Beispiel der Lovibond Scuba II) funktioniert ähnlich wie ein Schütteltest. Eine Kammer wird mit Poolwasser gefüllt und auch hier wird eine Tablette hinzugegeben (Je nachdem welche Messung durchgeführt wird eine andere Tablette). Die Tablette wird in der Kammer zerdrückt und nach kurzer Zeit wird der Wert auf dem Display des Geräts angezeigt.
    Vorteil: Mit dem Gerät kann man die Alkalität, die Cyanursäure, das Gesamtchlor und das gebundene Chlor messen. Daher ist die Anschaffung eines Scuba eine sinnvolle Investition.

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Fazit

Zu Beginn erscheint Ihnen die Pooldesinfektion vielleicht etwas schwierig, aber mit passenden Hilfsmitteln und einem geregelten Plan ist dies im Handumdrehen geschehen. Bei Wellness4Me finden Sie alle Produkte, die Sie für die Wasserpflege benötigen. Schauen Sie sich doch einmal unsere Angebote an!

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